Operation A-Day
Das zweite September-Wochenende stand ganz im Zeichen des Berlin-Aqua-Day. 13 Vereine hatten sich für dieses Event in der Schwimmhalle an der Landsberger Allee angemeldet. Ziel war eine 24-stündige Vereinsstaffel aus Vereinsmitgliedern, die aus 18 verschiedenen,vorgegebenen Jahrgangsgruppen kamen. Die jüngsten Teilnehmer waren gerade mal 8 Jahre alt, während die älteste Jahrgangsgruppe 60 Jahre und älter war. Wer alle Jahrgangsgruppen besetzt hat und die meisten Bahnen innerhalb der 24 Stunden erschwimmt, hat gewonnen!
Jede Altersgruppe musste innerhalb einer vorgegebenen Uhrzeit schwimmen. Die große Herausforderung war jedoch, jede Altersgruppe mit mindestens zwei Schwimmern zu besetzen, um eine Ablösung innerhalb der zu schwimmenden Zeit zu gewährleisten und somit in die Wertung zu kommen. Als besonderen Anreiz wurde von Seiten des Berliner Schwimm-Verbandes (BSV) als Ausrichter festgelegt, dass diejenigen Vereine, die es schaffen, diese Voraussetzungen zu erfüllen, in eine Sonderverlosung aufgenommen werden, in der ein großer Sachpreis ausgelobt wurde.
Bereits vor den Sommerferien hatte ich die Aufgabe übernommen, für die SG Steglitz eine Mannschaft zusammenzustellen, die diese Anforderungen erfüllt. Aus den meisten Leistungsmannschaften und von Trainern der Breitensportgruppen bekam ich auch recht schnell die Meldungen, dass ein Großteil ihrer Aktiven an dem Event teilnehmen wollte. Dennoch musste ich feststellen, dass es sehr schwer werden würde, alle Jahrgänge entsprechend zu besetzen. So sprach ich noch die Fachwarte für Wasserball und Masters an. Nach und nach formte sich die Mannschaft, doch erst wenige Tage vor Veranstaltungsbeginn konnte ich alle Voraussetzungen erfüllen, zumindest auf dem Papier.
Jetzt stellte sich nur noch die spannende Frage: Kommen auch alle gemeldeten Sportler? Im Nachgang kann ich sagen: JA, SIE KAMEN. Wir waren mit insgesamt 151 Sportlern im Rennen und hatten die meisten Schwimmer aller teilnehmenden Vereine. Dafür meinen herzlichen Dank an die Aktiven, Trainer und Fachwarte! Insgesamt wurden von unseren Sportlern 3.434 Bahnen geschwommen, was einer Strecke von 85.850 Metern entspricht. Damit belegten wir einen respektablen 8. Platz mit nur wenigen Bahnen Rückstand zu den Plätzen 5, 6 und 7. Unser Verein gehörte zudem zu den sieben Vereinen, denen es gelang, alle Altersklassen mit mindestens zwei Aktiven zu besetzen. Leider hatten wir nicht das Quäntchen Glück, den ausgelobten Sonderpreis zu gewinnen.
Es ist schwer, jemanden hervorzuheben, da sich alle sehr viel Mühe gaben. Dennoch möchte ich hier vier Sportler besonders erwähnen. Das sind zum einen Monika Schmitt-Vockenhausen und Jonny Pienkny, die nur zu zweit ihre Jahrgangsgruppe (welche ich für mich behalte…) vertraten und eine Stunde lang 100m Strecken bewältigten, dabei 100 Bahnen schafften! Noch schwerer hatten es zwei junge Mütter: Zwar noch keine 30 Jahre alt, aber seit kurzer Zeit im Elternstress und nahezu ohne Training, erklärten sich Martina Maletzki und Yvonne Gohr bereit für uns am Samstag zwischen 06.00 und 08.00 Uhr abwechselnd 400m zu schwimmen. Jede von den beiden musste 8 mal ins Wasser. Das heißt, dass beide je 128 Bahnen, umgerechnet 3.200m schwammen, was ca. 7,5% der Gesamtleistung ausmacht!
Ich hatte aufgrund des Feedbacks den Eindruck, dass es allen viel Spaß machte und auch zeigte, dass unser Vereinsleben - trotz der widrigen Hallenumstände - durchaus intakt ist. Nochmals vielen Dank an alle, die unseren Verein bei diesem Event unterstützt haben.
Jörg Runkel
| < Zurück | Weiter > |
|---|


